Tipp der Woche
Schonen ist kontraproduktiv
Im Alter wird man wackliger auf den Beinen und stürzt leichter. Gefürchtete Oberschenkelhalsbrüche sind nicht selten die Folge.
Frau Schraut: Schon ab dem 30. Lebensjahr nimmt unsere Kraft langsam ab. Mit zunehmendem Alter beschleunigt sich der Kraftverlust. Eine Folge hiervon sind vermehrte Stürze mit den typischen, schweren Verletzungen zu. Die Genesung dauert bei älteren Menschen auch länger, so dass die Patienten dann oft noch unbeweglicher werden.
Jeder Mensch möchte aber möglichst lange selbstständig bleiben. Was kann man dafür tun?
Frau Schraut: Wer regelmäßig ein wenig trainiert, kann sich lange fit und beweglich halten. Auch ein angepasstes Krafttraining ist für ältere Menschen sinnvoll um einem Schwund der Muskeln entgegenzuwirken und auch die motorischen Fähigkeiten zu erhalten.
Weit verbreitet ist aber die Ansicht, dass man im höheren Alter die körperlichen Belastungen herunterfahren sollte, um sich nicht zu verletzen oder zu überlasten.
Frau Schraut: An der Universität Potsdam wurden entsprechende Studien der letzten Jahre genauer untersucht. Den Studienergebnissen zufolge ist Schonung jeder Art schlecht für die Gesundheit. Im Gegenteil, Untersuchungen haben gezeigt, dass sich ein altersgerechtes Krafttraining, zwei- bis dreimal die Woche sehr positiv auswirkt: Das Aufstehen und Hinsetzen funktioniert wieder besser und auch längere Gehstrecken sind möglich. Ein ganz wichtiger Aspekt ist noch, dass körperliche Aktivität auch die Knochendichte erhöht beziehungsweise deren Abnahme verlangsamt. Also einer Osteoporose entgegen wirkt.
